Fantastische Welten

Gelsenkirchen, 18.10.2007, WAZ

 

Heike Klinger öffnet ihr Atelier am 21. Oktober:

Ein Motto ihrer künstlerischen Arbeit mit Malerei und Keramik könnte sein "Und die Nacht erwacht..."

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Fantastische Welten zwischen Wirklichkeit und Schein - Heike Klinger, seit 1999 Mitglied im

Bund Gelsenkirchener Künstler, lädt zu einer traumatischen, esoterischen, märchenhaften Exkursion ein,

wenn sie zum Tag des offenen Ateliers (so, 21. Oktober, 11 bis 17 Uhr) viele Gäste erwartet.

Sie arbeitet als Keramikerin, Textilgestalterin, Malerin, Zeichnerin und Illustratorin (zwei Editionen).

Jüngstes Produkt: ein "Pfad der vergessenen Träume" im Garten am Haus Lanferbruchstraße 7 in Beckhausen.

Die 47-Jährige, die an der Fachhochschule Dortmund Grafik- und Objektdesign studierte,

hat sich einen Namen als dem Surrealismus nahestehende, vielseitige Künstlerin gemacht.

 "Ich mag die Nacht und weiß zugleich um die Schatten dieser Tageszeit.

Ich will das Unterbewusstsein von uns Menschen zum künstlerischen Sprechen bringen." Das "Sehbare"

um uns herum sei ihr in der Regel zu eindimensional.

Und so sieht ihr Kreativ-Kosmos aus: Ein Nachtengel wartet im abgedunkelten Zelt,

von einem symbolischen Steinweg flankiert, ein Ort der Wiedergeburt und für das "Sich-selbst-finden";

12 Keramik-Masken mal farbig, mal bunt gefasst, rahmen eine Natur-Situation - "Jeder kann seinen eigenen Träumen

nachhängen und sich vom Ort beeinflussen lassen"; Mare, Zwerge, Trolle, Elfen, Naturgeister u.a. versammeln

sich in den Innenräumen und warten auf die Begegnung mit Menschen, die "ein Gespür für das Überirdische,

Philosophische oder auch Mystische bewahrt haben."

Wo holt sie sich Anregungen dieses eigenwilligen Milieus, das weit weg zu sein scheint von unserer trivialen

Alltagssituation?

"Beispielsweise, wenn ich einmal im Jahr nach Österreich fahre und mich dort auf Burg Altpernstein oder

in Deutsch-Wagram bei Wien in eine Meditationsebene begebe. Dort schaffe ich einen Großteil der jeweils neuen

Arbeiten."

Herausgekommen sind "Suchende" und "Hoffende", "Geläuterte" und "Hüter", Verzauberte" und Liebende".

Mehr davon bei H. Klinger!

HJL.

AusGEstellt : Ein See für verlorene Seelen

Gelsenkirchen, 02.10.2009, Kira Schmidt      WAZ

 

 

 

 

 

 

Die Künstlerin Heike Klinger öffnet am Wochenende ihr Atelier an der Lanferbruchstraße zur großen Jahresausstellung

Sie will berühren mit ihren Themen, ihren Arbeiten, die alle von ihrem Lebensgefühl inspiriert sind: Am Sonntag eröffnet die Künstlerin Heike Klinger ihre Ausstellung „Berührungen” in Beckhausen.

Seit zwanzig Jahren veranstaltet Heike Klinger eine große Jahresschau. „Ein rauschendes Event für alle Menschen, die immer hinter mir gestanden haben”, erklärt sie. Und dafür hat sie sich auch in diesem Jahr etwas besonderes einfallen lassen. Aus dem Gartenteich ließ sie eine Installation werden, den „Teich der schlafenden Seelen” - ein Leitmotiv der Ausstellung. „Ein Mensch hat ein Leben hinter sich und kommt jungfräulich wieder - und dazwischen ruht die Seele in einem See”, erklärt die Gelsenkirchenerin. Gesichter blicken vom Grund des Teiches herauf, sind umgeben von Wasserpflanzen. Am Ufer hat Klinger Erinnerungsstücke platziert, hier ein Plastikauto, dort eine getöpferte Schildkröte. „Die Seelen gehen in den See, um zur Ruhe zu kommen. Aber uns bleiben die Erinnerungen”, sagt die 49-Jährige und zeigt Objekte und Bilder im Garten. Neu sind auch etliche Skulpturen. „Stelen” nennt Klinger sie selbst, die 30 bis 50 Zentimeter großen Figuren aus Ton, die in ihrer Silhouette an Arbeiten von Alberto Giocometti erinnern. Allerdings, in der ihr typischen Weise arbeitete die Künstlerin hier mystische Wesen aus dem Naturmaterial. Die Natur spielt überhaupt eine wichtige Rolle in ihren Arbeiten. „Es geht darum, im Leben zu sein und die kleinen Dinge mitzubekommen. Darum, dass man in sich schaut und in sich ruht - im Einklang auch mit der Welt, mit der Natur, mit jedem Regenwurm.” kira

Vernissage am Sonntag, 4. Oktober, 11 bis 17 Uhr an der Lanferbruchstraße 7.

Kultur in Buer : Den Traum leben

Kultur in Buer, 17.03.2010, Kira Schmidt             WAZ

 

 

 

 

 

 

Buer. Wer den Fuß ins Haus der Künstlerin Heike Klinger setzt, betritt eine andere Welt. Mystische Bilder entführen in fantastische Sphären, eine Skulptur auf einem Sockel weckt Assoziationen an einen Außerirdischen. Und zumindest überirdisch ist hier vieles.

„Ich erzähle in meinen Bildern Geschichten, will sichtbar machen, was unsichtbar ist.“ Und das tut die Gelsenkirchenerin bereits seit frühster Kindheit. „Schon damals erfand ich Geschichten. Obwohl ich nicht aus einem künstlerischen Elternhaus komme, haben meine Eltern mich immer ermutigt“, erinnert sich die 49-Jährige. „Ich bekam vermittelt: Was du willst, das kannst du schaffen.“ Und Heike Klinger wollte Künstlerin werden. „Ich wollte immer das Leben führen, das ich jetzt führe.“

Um das zu erreichen, studierte sie mit 21 Grafik- und Objektdesign an der FH Dortmund. „Ich nutzte vor allem die Nebenfächer, habe mehr Scheine gemacht als nötig, nur der rein grafische Bereich hat mich nie interessiert.“ Das machte sie zum Paradiesvogel, brachte ihr Kommentare der Professoren ein. „Die haben gesagt, aus ihnen wird höchstens eine Künstlerin.“

„Eisriesen“ heißt ein Bild im Ausstellungsraum. In Blau- und Türkistönen ist es gehalten. Die versprochenen kalten Wesen deutet es nur an. Gegenüber fällt eine Skulptur aus dem Rahmen. „Hingabe“ ist ihr Name. Aus Carrara-Marmor ist die stilisierte Frau gearbeitet, die mit Sachlichkeit einen Kontrapunkt bildet zu den anderen Arbeiten.

Seit 1984 ist Heike Klinger hauptberuflich freischaffende Künstlerin. Zu der Zeit war ihr Thema noch exotisch. „Damals war es schon schwierig. Ich habe aber nie gezweifelt, habe mir eine sehr luxuriöse Nische aufgebaut, in der ich immer noch tätig bin.“ Wenn auch mehr im Ausland. „Ich stelle viel in Österreich aus. Da haben die Surrealisten einen ganz anderen Stellenwert.“

Ob sich hinter ihren Bildern eine Weltanschauung verbirgt? „Ein Stück weit schon. Ich möchte die Seelen von Menschen begreifen und berühren dürfen. Es sind oft Zwischenwelten, die ich zeige.“ Doch damit nicht genug. Nach und nach fand Heike Klinger neue Schaffensfelder. Vor einigen Jahren begann sie zu fotografieren, entfremdet in ihren Arbeiten durch Makroaufnahmen Motive aus der Natur. Und die Künstlerin näht. „Ich suche mir immer neue Projekte. Jetzt habe ich Kleidung entworfen.“ In erster Linie trägt sie die selbst. Einige der Einzelstücke zieren aber auch eine Ecke im Ausstellungsraum. „Man kann kommen und die Stücke anschauen, aber auch bestellen.“

Im zweiten Raum sind viele Zeichnungen zu sehen. Mal nutzt die Künstlerin Graphit, dann Kreide, Tusche oder Ölstifte. Hier schauen Frauen mit Tierköpfen aus den Bildern, da ein sterbender Soldat in der Wüste. Über ihm schweben seine letzten Gedanken. Sehr skurril wirkt hier vieles. „Ich bin Surrealistin. Ich darf das“, lacht Heike Klinger.

So unterschiedlich ihre Arbeiten sind, mit allem, sagt die Künstlerin, erntet sie Resonanz. „Ich glaube, das Leben sorgt für mich. Auch wenn hinter allem viel Arbeit steckt, ich habe meinen Traumberuf. So möchte ich leben, mit der Freiheit, dem Freiraum und der Selbstbestimmtheit.“

Ausstellung : Fabelwesen und starke Frauen

Gelsenkirchen, 28.05.2011, Anne Bolsmann   WAZ

 

 

 

 

 

 

Heike Klinger präsentiert ab Sonntag, 29. Mai, neue und altbekannte Bilder und Skulpturen in ihrem Atelier. Foto: Thomas Schmidtke / WAZ FotoPool

 

Gelsenkirchen. In sagenhafte Fantasiewelten abtauchen kann man ab Sonntag, 29. Mai, im Atelier Klinger an der Lanferbruchstraße 7: Von 11 bis 18 Uhr öffnet die Künstlerin Heike Klinger dort ihre Türen, um neue und altbekannte Skulpturen, Zeichnungen und gemalte Werke zu zeigen. Bis zum 26. Juni ist die Öffentlichkeit zur Werkschau eingeladen, ein vorheriger Anruf unter 583884 genügt.

„Und es fließt“ hat Klinger die aktuelle Ausstellung genannt. Das passende Wassermotiv dazu lässt sich auch schon aus der Ferne erkennen, wenn man sich ihrem Atelier nähert: Eine riesige Leinwand spannt sich da über die Hausfassade und lässt erahnen, was sich im Inneren verbirgt.

Unterwasserwelten und Fabelwesen

Hier geht es allerdings nicht nur um die blauen Unterwasserwelten, sondern auch um zarte Tuschezeichnungen, die Fabelwesen, Burgen, Krieger und vor allem starke Frauen zeigen. Mit Heike Klingers neuer Skulptur „Der Schwarze Engel“ wird eine solche Frau auch greifbar. Die Keramik „Alles im Fluss“ hingegen erzählt gleich eine ganze Geschichte von Leben und Tod, Erotik und Begierde.

Die vielschichtige Ausstellung erschließt sich nicht auf den ersten Blick, man muss die Räume und den Garten mehrfach durchschreiten. Dann fallen im Außenbereich nicht nur das farbenfroh grün-blau bemalte Pferd und die hohen Ton-Stelen auf, sondern auch „Das Band der Begegnungen“, eine Installation aus Keramikmasken und Schaufensterfigurenteilen. Diese Werkschau plätschert nicht, sie fließt...